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Mobi­li­tät im All­tag mit einer pro­gre­di­en­ten Erkrankung

Eine Erkran­kung schrei­tet vor­an, und plötz­lich wird das Gehen schwie­rig. Moder­ne Hilfs­mit­tel unter­stüt­zen Betrof­fe­ne so lan­ge und so gut wie mög­lich, mobil und unab­hän­gig zu blei­ben. Ob Rol­la­to­ren, Antrie­be oder Elek­tro­roll­stüh­le – es gibt für vie­le Sta­di­en einer Erkran­kung Hilfsmittel. 

  • von Nino Campanella
Automatisch gespeicherter Entwurf - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz

Der Kör­per ver­liert bei neu­ro­lo­gi­schen oder mus­ku­lä­ren Erkran­kun­gen immer mehr an Beweg­lich­keit und Kraft. Eine sol­che pro­gre­di­en­te, also fort­schrei­ten­de Erkran­kung erschwert die Mobi­li­tät erheb­lich. Für Betrof­fe­ne sind indi­vi­du­el­le Stra­te­gien wich­tig, damit sie so lan­ge wie mög­lich mobil blei­ben und ihre Lebens­qua­li­tät erhalten.

Oft machen sich bei einer pro­gre­di­en­ten Erkran­kung am Anfang klei­ne Ein­schrän­kun­gen im All­tag bemerk­bar, zum Bei­spiel beim Gehen oder auch bei ein­fa­chen Tätig­kei­ten im Haus­halt oder im Beruf. Betrof­fe­ne fin­den heu­te prak­ti­sche Hilfs­mit­tel für den All­tag – von klei­nen bis zu gros­sen Hel­fern, die Aus­wahl ist vielfältig.

Die Krank­heit der tau­send Gesichter 
In die­sem Arti­kel dient Mul­ti­ple Skle­ro­se (MS) als Bei­spiel einer fort­schrei­ten­den Erkran­kung. MS ist eine chro­ni­sche Erkran­kung des zen­tra­len Ner­ven­sys­tems. Kenn­zeich­nend sind Ent­zün­dun­gen und Schä­di­gun­gen der Mye­lin­schicht, wel­che die Ner­ven­fa­sern umgibt. Die­se Schä­di­gun­gen lösen ver­schie­de­ne Sym­pto­me aus, die je nach Per­son sehr indi­vi­du­ell aus­ge­prägt sind. Häu­fig tritt eine Mus­kel­schwä­che auf, beglei­tet von Koor­­di­na­­ti­ons- und Gleich­ge­wichts­stö­run­gen, die das Gehen und das Ste­hen erschwe­ren. Seh­stö­run­gen kön­nen die Wahr­neh­mung beein­träch­ti­gen, oder eine Fati­gue kann zu einer anhal­ten­den Erschöp­fung führen.

Auch kogni­ti­ve Ver­än­de­run­gen sind mög­lich, die das Den­ken, das Erin­nern und die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit beein­flus­sen. Wegen der viel­fäl­ti­gen Sym­pto­me und Ver­än­de­run­gen nennt man MS auch «Krank­heit der tau­send Gesich­ter». Die­ser Arti­kel behan­delt die moto­ri­schen, die mus­ku­lä­ren und die koor­di­na­ti­ven Aus­wir­kun­gen und zeigt, wel­che Hilfs­mit­tel Betrof­fe­ne zu wel­chem Zeit­punkt unterstützen.

Rol­la­to­ren geben Halt
Vie­le MS-Erkran­k­­te emp­fin­den die ers­ten Hilfs­mit­tel als gros­se Umstel­lung. «Wir mer­ken in unse­ren Bera­tun­gen oft, dass Betrof­fe­ne sehr lan­ge war­ten, bevor sie ein Hilfs­mit­tel nut­zen», sagt Mar­kus Wiet­kamp. Er lei­tet das Hilfs­mit­tel­zen­trum der SAHB in Oen­sin­gen. Vie­le erkrank­te Per­so­nen grei­fen in einem ers­ten Schritt zu einem Hilfs­mit­tel, das in zahl­rei­chen Haus­hal­ten zu fin­den ist: zu Wal­king­stö­cken. Die­se sind sehr leicht, ver­stell­bar und unter­stüt­zen Betrof­fe­ne beim Gehen län­ge­rer Strecken.

Wenn neben dem fort­schrei­ten­den Kraft­ver­lust auch Unsi­cher­hei­ten in der Koor­di­na­ti­on und im Gleich­ge­wicht auf­tre­ten, ist ein Rol­la­tor eine wert­vol­le Hil­fe im All­tag. Je nach Bedarf gibt es Model­le für unter­schied­li­che Ein­satz­be­rei­che – von leich­ten, wen­di­gen Vari­an­ten für Innen­räu­me bis zu sta­bi­le­ren Model­len für draus­sen. Vie­le Betrof­fe­ne bevor­zu­gen einen viel­sei­ti­gen Rol­la­tor, den sie sowohl drin­nen als auch draus­sen nut­zen können.

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Ein Rol­la­tor mit prak­ti­schem Stauraum

Wel­cher Roll­stuhl ist der passende?
Wenn sich ihr Zustand ver­schlech­tert, kön­nen Betrof­fe­ne kur­ze Distan­zen drin­nen oft noch mit Geh­stö­cken oder einem Rol­la­tor zurück­le­gen. Draus­sen ist nun, beson­ders für län­ge­re Stre­cken, ein Roll­stuhl nötig. Doch wel­ches Modell ist das pas­sen­de? Bei den Hand­roll­stüh­len unter­schei­det man zwi­schen Basis­roll­stüh­len, Spe­zi­al­roll­stüh­len und Adaptivrollstühlen.

Basis- und Spezialrollstühle
Basis­roll­stüh­le wer­den oft von Per­so­nen genutzt, die kei­ne lan­gen Stre­cken mehr zurück­le­gen kön­nen, sonst aber ohne Hilfs­mit­tel unter­wegs sind.

Spe­zi­al­roll­stüh­le sind Pfle­ge­roll­stüh­le für Men­schen, die nicht mehr in der Lage sind, den Roll­stuhl selbst­stän­dig anzu­trei­ben. Sol­che Model­le ver­fü­gen über eine Rücken­nei­gung, Sitz­kan­te­lung und hoch­stell­ba­re Bein­stüt­zen, damit man die Posi­ti­on der nut­zen­den Per­son im Ver­lauf des Tages ändern kann. Ein Bei­spiel: Ver­la­gert man die Per­son vom Sit­zen in eine hori­zon­ta­le Posi­ti­on (Bild 2), lässt sich tags­über ein Trans­fer ins Bett vermeiden.

Adap­tiv­roll­stüh­le
«MS-erkran­k­­ten Per­so­nen emp­feh­len wir einen Adap­tiv­roll­stuhl, der sich zusam­men­fal­ten lässt und mit weg­schwenk­ba­ren, abnehm­ba­ren Bein­stüt­zen aus­ge­stat­tet ist», erklärt Mar­kus Wiet­kamp. Der Grund: Fixe Bein­stüt­zen wer­den schnell zur Stol­per­fal­le, sobald eine Per­son den Trans­fer aus dem Roll­stuhl nicht mehr über den Stand machen kann. Im Ver­gleich zu einem Basis­roll­stuhl lässt sich ein Adap­tiv­roll­stuhl bes­ser kon­fi­gu­rie­ren und ein­stel­len. Es gibt falt­ba­re Model­le (Bild 3) oder sol­che mit Fest­rah­men (Bild 4).

MS-Erkran­k­­te, die ihren Hand­roll­stuhl täg­lich benut­zen, stel­len mit der Zeit fest, dass ihr Akti­ons­ra­di­us trotz­dem sehr beschränkt ist. Das liegt dar­an, dass bei MS nebst den unte­ren Extre­mi­tä­ten oft auch die obe­ren betrof­fen sind. Wer­den die Arme schwä­cher, lässt sich ein Hand­roll­stuhl nicht über einen län­ge­ren Zeit­raum mit rei­ner Mus­kel­kraft antreiben.

Für das Bewäl­ti­gen län­ge­rer Stre­cken gibt es kraft­scho­nen­de Hilfs­mit­tel, dank denen Betrof­fe­ne selbst­stän­dig von A nach B gelan­gen: Antriebe

Kraft­un­ter­stüt­zen­de Antriebe
Kraft­un­ter­stüt­zen­de Gerä­te sind elek­tri­sche Zusatz­an­trie­be, die den Vor­trieb eines manu­el­len Roll­stuhls erleich­tern. Sie ver­stär­ken die Antriebs­kraft der nut­zen­den Per­son und ver­rin­gern so die kör­per­li­che Anstren­gung – beson­ders bei Stei­gun­gen, unebe­nem Gelän­de oder län­ge­ren Stre­cken. Meist moto­ri­siert, sor­gen sie für ein sanf­tes und effi­zi­en­tes Fort­be­we­gen und erhö­hen die Mobi­li­tät im Alltag.

Im Gegen­satz zu den Elek­tro­roll­stüh­len ver­stär­ken kraft­un­ter­stüt­zen­de Antrie­be die eige­ne Antriebs­kraft der nut­zen­den Per­son gezielt, anstatt den Roll­stuhl voll­stän­dig elek­trisch anzu­trei­ben. Je nach Bedarf pas­sen die Nut­zen­den die Unter­stüt­zung an – sei es für leich­te Ver­stär­kung bei ebe­nem Boden oder für mehr Schub beim Bergauffahren.

 

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Bei Pfle­ge­roll­stüh­len lässt sich die Posi­ti­on der nut­zen­den Per­son je nach Bedürf­nis ändern.

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Ein Adap­tiv­roll­stuhl mit einem falt­ba­ren Rahmen

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Adap­tiv­roll­stuhl mit Fest­rah­men, der sich für ver­schie­de­ne Bedürf­nis­se ein­stel­len lässt

Antrieb von hin­ten, Zug­kraft von vorn
Auf dem Hilfs­mit­tel­markt gibt es vie­le Antrie­be, die zusätz­lich an den Hand­roll­stuhl ange­baut wer­den kön­nen, ent­we­der hin­ten am Roll­stuhl als Heck­an­trieb oder vorn als Zuggerät.

Heck­an­trie­be haben kom­pak­te, leis­tungs­star­ke Moto­ren, die sich an den Hin­ter­rä­dern eines manu­el­len Roll­stuhls befes­ti­gen las­sen. Sie erleich­tern es, län­ge­re Stre­cken zurück­zu­le­gen, Stei­gun­gen zu bewäl­ti­gen und auf unebe­nem Gelän­de zu fah­ren. Das ist sehr kraft­spa­rend, denn Nut­zen­de brau­chen nur noch den Roll­stuhl zu steu­ern. Der Antrieb sorgt für ein natür­li­ches Fahr­ge­fühl und über­nimmt das Fort­be­we­gen in anspruchs­vol­len Umge­bun­gen wie Ram­pen oder holp­ri­gen Wegen.

Vor­spann­ge­rä­te
Vor­spann­ge­rä­te las­sen sich beim Hand­roll­stuhl an- und abkup­peln. Man unter­schei­det zwi­schen kraft­un­ter­stüt­zen­den und elek­tri­schen Model­len. Bei Ers­te­ren funk­tio­niert der Antrieb wie bei einem Velo, aber mit den Armen statt den Bei­nen. Nut­zen­de fah­ren voll­stän­dig mit ihrer Mus­kel­kraft. Sol­che Gerä­te sind ide­al für Per­so­nen mit unein­ge­schränk­ter Beweg­lich­keit in den obe­ren Extre­mi­tä­ten. Häu­fig wer­den sie von Paraplegiker/innen ver­wen­det. Model­le mit elek­tri­scher Unter­stüt­zung ermög­li­chen ein mühe­lo­ses Fort­be­we­gen, indem sie den Roll­stuhl eigen­stän­dig zie­hen. Die meis­ten Vor­spann­ge­rä­te sind schnel­ler als ande­re Antrie­be und haben eine grös­se­re Reichweite.

Elek­tri­sche Zusatz­an­trie­be bei Handrollstühlen
Wer im Roll­stuhl sitzt, bewegt sich mit einem zusätz­li­chen E‑Motor leich­ter fort – das spart Kraft und stei­gert die Unab­hän­gig­keit. Der klei­ne Antrieb, mit dem sich ein Roll­stuhl ein­fach nach­rüs­ten lässt, macht das Leben unter­wegs ange­neh­mer. Eini­ge der wich­tigs­ten Vor­tei­le sind:

Kör­per­li­che Anstren­gung reduzieren
Der gröss­te Vor­teil eines elek­tri­schen Zusatz­an­triebs ist die Ent­las­tung des Kör­pers. Das manu­el­le Antrei­ben eines Hand­roll­stuhls erfor­dert viel Kraft, was auf län­ge­ren Stre­cken schnell ermü­dend sein kann. Der Zusatz­an­trieb ent­las­tet die Gelen­ke, ins­be­son­de­re die Schul­tern, aber auch die Arme. Das ver­rin­gert lang­fris­tig das Risi­ko von Über­las­tung und Schmerzen.

Mobi­li­tät und Reich­wei­te erhöhen
Elek­tri­sche Zusatz­an­trie­be ermög­li­chen es, län­ge­re Stre­cken mit weni­ger Kraft­auf­wand zurück­zu­le­gen. Beson­ders für Men­schen mit ein­ge­schränk­ter Aus­dau­er oder Mus­kel­kraft sind sie eine wert­vol­le Unter­stüt­zung im Alltag.

Auch schwie­ri­ges Gelän­de wie Kopf­stein­pflas­ter, Gras oder Sand lässt sich leich­ter bewäl­ti­gen. Selbst Stei­gun­gen, die sonst nur mit gros­ser Anstren­gung zu meis­tern wären, ver­ein­facht ein Antrieb deut­lich – Nut­zen­de sind nicht auf die Hil­fe ande­rer angewiesen.

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Mit dem Zug­ge­rät lässt sich der Roll­stuhl auch steuern.

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Vor­spann­ge­rä­te gibt es mit und ohne Antrieb – je nach­dem, ob die nut­zen­de Per­son Kraft in den obe­ren Extre­mi­tä­ten hat oder nicht.

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Ein elek­tri­scher Zusatz­an­trieb lässt sich leicht nach­rüs­ten und erleich­tert das Fah­ren erheblich.

Unab­hän­gi­ger sein
Ein elek­tri­scher Zusatz­an­trieb ermög­licht es Roll­stuhl­fah­ren­den, sich fort­zu­be­we­gen, ohne auf die Unter­stüt­zung von Begleit­per­so­nen ange­wie­sen zu sein. Dadurch sind sie im All­tag fle­xi­bler. Zudem sind die­se Antrie­be vie­ler­orts ein­setz­bar: Sie erleich­tern das Fort­be­we­gen in Innen­räu­men wie auch auf unweg­sa­mem Ter­rain, etwa auf Park­we­gen und Wald­we­gen oder bei wid­ri­gen Wetterbedingungen.

Kom­for­ta­ble und fle­xi­ble Handhabung
Vie­le Zusatz­an­trie­be las­sen sich mit weni­gen Hand­grif­fen an- und abmon­tie­ren. Dadurch bleibt die Fle­xi­bi­li­tät erhal­ten – Nut­zen­de kön­nen je nach Situa­ti­on ent­schei­den, wann sie die Unter­stüt­zung ein­set­zen möch­ten. Eini­ge Model­le bie­ten zudem eine indi­vi­du­el­le Steue­rung. Durch die­se stel­len Nut­zen­de den Grad der elek­tri­schen Unter­stüt­zung je nach Bedarf ein. So bleibt die Fort­be­we­gung jeder­zeit kom­for­ta­bel und gut kontrollierbar.

Lebens­qua­li­tät steigern
Weni­ger kör­per­li­che Belas­tung bedeu­tet mehr Ener­gie für den All­tag. Wer Mus­keln und Gelen­ke schont, ist weni­ger erschöpft und müde und hat weni­ger Schmer­zen. So kön­nen Betrof­fe­ne auch spon­ta­ne Aus­flü­ge unter­neh­men und blei­ben ins­ge­samt akti­ver. Die­se gewon­ne­ne Frei­heit sorgt für eine gestei­ger­te Lebens­qua­li­tät und mehr Unab­hän­gig­keit bei der Wahl von Akti­vi­tä­ten und Zielen.

Auf den Elek­tro­roll­stuhl umsteigen
Ein elek­tri­scher Zusatz­an­trieb für Hand­roll­stüh­le macht das Fah­ren kom­for­ta­bler und bie­tet Unter­stüt­zung, wenn die Mus­kel­kraft nach­lässt. Er ermög­licht es Roll­stuhl­fah­ren­den, ihre Mobi­li­tät zu erwei­tern, ohne sofort auf einen voll­elek­tri­schen Roll­stuhl ange­wie­sen zu sein.

Doch was, wenn das eigen­stän­di­ge Antrei­ben des Hand­roll­stuhls zuneh­mend schwer­fällt oder ein selbst­stän­di­ger Trans­fer in den und aus dem Roll­stuhl nicht mehr mög­lich ist? Dann lohnt es sich, auf einen Elek­tro­roll­stuhl umzu­stei­gen. Ein Schritt, der den­noch gut über­legt sein will.

Wäh­rend ein Elek­tro­roll­stuhl vie­le Vor­tei­le bie­tet, wie mehr Unab­hän­gig­keit und grös­se­ren Kom­fort, bringt er auch Her­aus­for­de­run­gen mit sich. «Um rich­tig zu ent­schei­den, ist es wich­tig, dass Inter­es­sier­te ihre indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se abwä­gen und sich umfas­send bera­ten las­sen», so Mar­kus Wietkamp.

Wann ein Elek­tro­roll­stuhl Sinn macht
Wenn die Mus­keln schwä­cher wer­den und die Aus­dau­er schwin­det, strengt das Anschie­ben eines Hand­roll­stuhls die Arme zu sehr an – die Per­son ermü­det schnell. Gera­de für län­ge­re Stre­cken bie­tet ein Elek­tro­roll­stuhl (Bild 8) eine wert­vol­le Ent­las­tung und ermög­licht wei­ter­hin ein akti­ves Leben.

Vor­tei­le
Das Gelän­de spielt eine ent­schei­den­de Rol­le. Wäh­rend Hand­roll­stüh­le auf ebe­nem Unter­grund gut funk­tio­nie­ren, stos­sen sie auf unebe­nen Wegen, bei Stei­gun­gen oder auf Kopf­stein­pflas­ter oft an ihre Gren­zen. Elek­tro­roll­stüh­le sind für sol­che Her­aus­for­de­run­gen bes­ser geeig­net, da sie zusätz­li­chen Kom­fort bie­ten und sta­bil sind. Sie erleich­tern das Fah­ren auf Ram­pen, hüge­li­gem Gelän­de oder unbe­fes­tig­ten Wegen und erwei­tern so den Bewe­gungs­ra­di­us erheblich.

Im Gegen­satz zu Hand­roll­stüh­len las­sen sich vie­le Elek­tro­roll­stüh­le indi­vi­du­ell anpas­sen und auf die jewei­li­gen kör­per­li­chen Bedürf­nis­se abstim­men. Funk­tio­nen wie ein ver­stell­ba­rer Sitz (Bild 9), fle­xi­ble Fuss­stüt­zen oder anpass­ba­re Steue­rungs­mög­lich­kei­ten, wie per Joy­stick, Knopf­druck oder mit den Augen, erhö­hen den Kom­fort. Nut­zen­de mit einem opti­mal auf ihre Bedürf­nis­se ein­ge­stell­ten Elek­tro­roll­stuhl sind im All­tag mobi­ler und unabhängiger.

Nach­tei­le
Elek­tro­roll­stüh­le sind in der Regel schwe­rer und grös­ser als Hand­roll­stüh­le, was den Trans­port erschwe­ren kann. So ist es ist manch­mal schwie­rig, den Roll­stuhl in einem Auto zu ver­stau­en, es sei denn, es gibt ein spe­zi­ell umge­bau­tes Auto. Auch kann die Tech­nik her­aus­for­dernd sein. So brau­chen eini­ge Nut­zen­de womög­lich län­ger, um sich an sie zu gewöh­nen, ins­be­son­de­re wenn der Elek­tro­roll­stuhl über kom­ple­xe Steu­er­me­cha­nis­men oder Funk­tio­nen verfügt.

Bera­tung und aus­pro­bie­ren – das A und O 
Eine Ver­sor­gung mit einem Elek­tro­roll­stuhl steht an, was tun? «Wir emp­feh­len Betrof­fe­nen immer, sich pro­fes­sio­nell bera­ten zu las­sen und pas­sen­de Model­le aus­zu­pro­bie­ren», führt Mar­kus Wiet­kamp aus. Bei der Wahl des Roll­stuhls ist eine enge Zusam­men­ar­beit mit Fach­leu­ten aus Phy­sio­the­ra­pie, Ergo­the­ra­pie, dem Fach­han­del für Mobi­li­täts­hil­fen oder der SAHB ent­schei­dend. Wer bei der Mobi­li­tät mehr Unter­stüt­zung benö­tigt, pro­fi­tiert immens von einem Elektrorollstuhl.

Mobilität im Alltag mit einer progredienten Erkrankung - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz 7 Mobilität im Alltag mit einer progredienten Erkrankung - Die SAHB – Ihre unabhängige Beraterin und Dienstleisterin für Hilfsmittel in der Schweiz 8
Elek­tro­roll­stüh­le für den Gebrauch im Aus­sen­be­reich sind in der Regel grös­ser und haben einen bes­se­ren Fahrkomfort
Elek­tro­roll­stüh­le für den Innen­be­reich sind sehr kom­pakt in ihren Aussenmassen. 

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